S. G. Browne: “Anonyme Untote”

21. September 2011
von

S. G. Browne: “Anonyme Untote” (2009) (dt. Ausgabe/Heyne) Horrorkomödie   Andy und seine Frau sterben bei einem Autounfall, er kommt jedoch (wie so viele Leute seit den Fünfzigern) als Zombie wieder und fristet nun eine freudlose Existenz im Weinkeller seiner Eltern, lediglich durchbrochen von einigen Besuchen seiner Selbsthilfegruppe. Nachdem diverse Versuche, sich gegen die allgegenwärtige Diskriminierung zu wehren, gescheitert sind, finden unsere Untoten heraus, dass sie sich durch den Verzehr von Menschenfleisch wieder regenerieren können, was natürlich für weiteres Konfliktpotential sorgt.   In den letzten Jahren wurde ja viel mit Zombies gemacht, somit fällt die Grundidee schon nicht soweit aus dem Rahmen, dass sie allein schon ein Pluspunkt für das Buch wäre. Leider sammelt es auch sonst nur wenige....
Lesen!

“Supreme: The Story of the Year” Band 1

8. September 2011
von
“Supreme: The Story of the Year”  Band 1

Von Alan Moore, deutsche Ausgabe bei Nona Arte, 2011.     Ich brauche meine abgöttische Verehrung für Alan Moore wohl nicht noch einmal auszubreiten oder zu  begründen, insofern wird es niemanden überraschen, wenn ich verkünde, seit der ersten Ankündigung gierig nach der, vom neuen Comicverlag Nona Arte versprochene „Supreme“-Ausgabe zu lechzen. Den originalen Supreme Rob Liefelds kenne ich nicht, ebensowenig die Serie „Youngblood“, in der er erstmalig auftrat, doch dem Vernehmen nach habe ich da wenig verpasst – er scheint ein simpler Superman-Klon zu sein, der nur eben die typische Blutrünstigkeit des Image-Labels aufzuweisen hatte. Während Moore sonst in seinen Reboots bis dahin harmlose Franchisen verdüsterte („WildC.A.T.S.“, „Miracleman“) machte er sich also diesmal umgekehrt daran, eine bereits düstere Serie...
Lesen!

“Free Rainer – Dein Fernseher lügt” (2007)

21. August 2011
von

„Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ (2007)   von Hans Weingartner     Fernsehproduzent Rainer (Moritz Bleibtreu) will nach einem Autounfall, der ihm einen Alptraum bescherte, in dem ein Studiopublikum darüber entscheiden sollte, ob er weiterleben darf, da er doch einzig und allein Schuld an ihrer Verblödung ist, sein Leben und das Programm ändern. Nachdem sein erster Versuch (eine trockene und von oben herab belehrende Sendung, in der unverpackt Fakten herunter geleiert werden) nicht ankommt, geht er in den Untergrund, um die Einschaltquoten zu manipulieren. So nimmt er dem, was er als volksschädlich erkennt die Quote und schiebt sie zu intelligenten Sendungen, so dass bald alle Menschen klug sind und den ganzen Tag Reclams lesen.   Eine Folge der...
Lesen!

Stieg Larssons “Millennium”-Trilogie

30. Mai 2011
von

Die Verfilmungen von Stieg Larssons „Millennium“-Trilogie   („Verblendung“, „Verdammnis“, „Vergebung“; 2009)   von Niels Arden Oplev     Meinen Hass auf die Bücher habe ich ja schon lang und breit in den einzelnen Reviews dazu kundgetan, dank der sechsteiligen Ausstrahlung der Langfassungen im ZDF, habe ich nun auch die Filme hinter mich gebracht. Diese waren zumindest nicht ganz so schlimm wie das Buch ist, da sie zumindest die Lobeshymnen auf die Salander im Erzähltext und die überflüssigen, heuchlerischen Statistiken herauskürzt und einige Dinge offen lassen, um seine Figuren besser dastehen zu lassen. Wenn Lisbeth etwa nach der Anzahl ihrer Sexualpartner “Zwei…hundert. Oder dreihundert?” entgegnet, versteht der Zuschauer es natürlich als Aussageverweigerung. Im Buch hingegen wird klargestellt, dass die Zahlen...
Lesen!

Ayn Rand: “Wer ist John Galt?” (“Atlas Shrugged”)

10. Mai 2011
von

Ayn Rand: „Wer ist John Galt?“ (= „Atlas Shrugged“, 1957)   (Dt. Ausgabe/ Gewis) Philosophie/Science Fiction/Propaganda     Im Schweiße meines Angesichts habe ich heute endlich, endlich, endlich eins der unangenehmsten Leseerlebnisse meines Lebens beenden können:   “Wer ist John Galt?” von Ayn Rand.   Man hört ja immer wieder Horrorgeschichten von diesem Buch und fast jeder bricht es ab und es ist wirklich so episch daneben, wie es heißt. Bevor wir zu den erheblichen ideologischen Problemen kommen, kurz die Handlung:   Dagny Taggart, die junge Betriebsleitende einer Eisenbahngesellschaft in naher Zukunft ist eine der letzen ehrlichen Kapitalistinnen in einer Welt, in der sich praktisch alle Leute einig sind, dass es falsch ist, Gewinn zu erzielen. Mit den wenigen...
Lesen!

“Sucker Punch” (2011)

8. April 2011
von

„Sucker Punch“ (2011) von Zack Snyder Liest man die Rezensionen zu Snyders „Brazil“-orientiertem Film über ein Mädchen in der Psychatrie, das seinen Ausbruch in bombastischen SF-Träumen herbeifantasiert, sind diese fast durchgängig vernichtend: Dumm, oberflächlich, sexistisch usw. usf. Nun, dumm ist der Film zweifellos und dass er sich trotz seiner Flachheit für tiefgründig hält, macht diesen Punkt nicht gerade erträglicher. Die dem Stoff tatsächlich nicht angemessene Oberflächlichkeit macht Snyder meines Erachtens durch die perfekte Beherrschung dieser Oberfläche wett (ich sagte es schon zu „Watchmen“ – kaum einer versteht es, jede Einstellung, jede Sekunde so perfekt zu stylen, wie er) und Sexismus? …Dazu kommen wir noch. Eines scheint zumindest mich aber vom Großteil der Kritiker zu unterscheiden: Ich hatte meinen Spaß....
Lesen!

Stieg Larsson: “Vergebung”

20. Januar 2011
von

„Vergebung“ von Stieg Larsson (2007) (dt. Ausgabe/Heyne) Thriller Es ist vollbracht! Ich habe nun auch den dritten und letzten vollständigen Roman Larssons hinter mich gebracht. Er war nicht ganz so unglaublich daneben, wie der zweite, folgt ihm aber in den meisten seiner Ungeheuerlichkeiten. Auf jeden Fall passt er komplett in das Küchenpsychologische Bild, welches ich mir von dem Autor machte. Man wies mich zwischenzeitlich darauf hin, dass Larsson wohl zeit seines Lebens Schuldgefühle hatte, da er mit 15 Zeuge einer Vergewaltigung wurde, aber das scheint mir keineswegs ein Gegenargument, sondern vielmehr ein Schlüssel dafür zu sein, wie es zu seiner Verkorksung kam. Auch diesmal ist das Werk wieder in einzelne Teile segmentiert, die mit etwas fett gedrucktem Wissensgeprolle eingeleitet...
Lesen!

NS-Propagandaspielfilme

9. Januar 2011
von

Von September bis November 2010 zeigte das Kommunale Kino Kiel eine Reihe von vier Propagandafilme aus dem Dritten Reich. Da die meisten davon sogenannte „Vorbehaltsfilme“ waren und sind, die nur mit wissenschaftlicher Einführung gezeigt werden dürfen, sprachen vor der jeweiligen Vorstellung verschiedene Filmwissenschaftler der örtlichen Universität. Hier meine Eindrücke von der Reihe: “Heimkehr” (Gustav Ucicky, 1941) Ich hatte erwartet, den unspektakulärsten Teil der Reihe zu sehen, wurde aber absolut überrascht, denn es ist, man höre und staune, ein Nazi-Film gegen den Holocaust: Wir sehen Pogrome, Enteignungen, Boykotte und Zusammenpferchungen, lediglich wird hier noch erschossen und nicht vergast. Ein blinder alter Mann hält eine flammende Rede für Zivilcourage und gegen Unterdrückung und dass man nicht dulden kann und darf, wenn...
Lesen!

das Archiv durchsuchen