“Gesichter der Vergangenheit” von Ramsey Campbell

13. April 2007
von

“Gesichter der Vergangenheit” (“Ancient Images”) von Ramsey Campbell (deutsche Ausgabe/Knaur) Horror

Eine Journalistin besucht einen befreundeten Filmsammler, der gerade einen alten Karloff/Lugosi-Film aufgetrieben hat, welcher seinerzeit von der britischen Regierung verboten, anschließend von einer unbekannten Privatperson aufgekauft wurde und offiziell als vernichtet gilt.
Bevor sie den Film sehen können, wird das Band jedoch geraubt und der Freund unserer Heldin begeht scheinbar Selbstmord. Als sie herausfindet, dass der Film seit jeher von einer Kette von Unglücksfällen und Katastrophen begleitet wird, macht sie sich auf, ihn zu finden.

Ja, nach den ersten Kapiteln kommen einem sofort “The Ring” und “Cigarette burns” in den Sinn – Campbell war aber vorher da und geht einen gänzlich anderen Weg. Zwar nervt es teilweise, dass er in der ersten Hälte vereinzelt etwas ungelenkte Sozialkritik (intolerante Polizisten, konservative Journalisten, hirnrissige Splatternerds…) einbringt, aber wenn es dann in der zweiten Hälfte wirklich zum Horrorroman wird, blüht er wieder zu alter Stärke auf (wobei ich anmerken möchte, dass Campbells bestes Buch “Der Fluch der dreizehn Bücher” bleibt. Wurde gerade bei Area als “Das Kettenbriefmassaker” neu aufgelegt).
Besonderen Reiz zieht der Roman daraus, dass er diverse Prominente des Horrorgenres verwendet, um seinen fiktiven Film glaubhafter erscheinen zu lassen. Jack Nicholson berichtet davon, wie ihm Karloff am Set von “The Raven” von dem Film erzählte, der labile Lugosi wurde durch den Fluch des Filmes in die Drogensucht getrieben (wie Ed Wood berichtet). Gibt einem als Kenner der Materie das schicke Gefühl, ein Insider zu sein.

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