“Freitag der 13.” (2008)
“Friday the 13th” von Marcus Nispel
Seit Jahren schon habe ich vor, einmal an einem Freitag dem Dreizehnten den gleichnamigen Film zu sehen, doch stets hielt mich irgendwas davon ab. Als nun also das Remake zu jenem passenden Datum ins Kino kam, beschloss ich, dieses Versäumnis endlich nachzuholen. Ich habe es nicht bereut.
Natürlich – es ist kein besonders guter oder besonders spektakulärer Film, aber darin sehe ich seine Stärke: Es ist halt ein netter weiterer Teil der Reihe, wer die Alten mag, wird wohl auch den Neuen mögen.
Das zentrale Problem eines Remakes, dass der erste Teil noch nicht den allseits beliebten Schlitzer Jason enthielt und die Pointe des Films bekannt ist, umging man sinnig, indem man praktisch die ersten zwei (oder drei: im Laufe des Films findet Jason später legendäre Hockeymaske, für die er seinen alten Leinensack links liegen lässt) Filme zusammengefasst hat. Ganz zu Anfang wird die Vorgeschichte um Mrs. Vorhees in wenigen Symbolszenen abgehandelt (da wäre mir ehrlich gesagt eine graphische Ausführung als splattriger Kurzfilm lieber gewesen), dann kommen zwei Gruppen von Kanonenfutter in die Nähe des Camps Crystal Lake und der Rest ist Geschichte.
Es gibt einige Nacktheiten, netten Splatter (wenn auch nichts besonders auffälliges oder originelles), zumindest in der deutschen Synchro ein erstaunliches Maß freudiger Unflätigkeiten, mit denen sich die relativ amüsant zu beobachtenden Opfer ständig belegen und eigentlich nichts wirkliches auszusetzen.
Anders als beim (meines Erachtens misslungenen) “Texas Chainsaw Massacre”-Remake verzichtet Nispel diesmal darauf, den Stoff zu überstylen und mit Folterelementen anzureichern, sondern bleibt angenehm vorlagentreu, wie es bei einer so unaufgeregten Franchise sinnvoll erscheint. Jasons modus operandi wurde zwar leicht verändert, so dass er jetzt auch Technik zu nutzen weiß und einmal eine Entführung zwischen seine üblichen Morde schiebt, aber im Ganzen bleibt man der Linie treu. Auch ist es hier ja wieder der lebendige Killer aus den Teilen 2-4 und nicht der übermenschliche Untote der späteren Filme, was den Film etwas unaufgeregter und ernsthafter erscheinen lässt.
Mit anderen Worten: Kein großer Wurf, aber genau das, was ein “Freitag der 13.”-Film verspricht, nämlich gute splatterige Unterhaltung für Fans.
(Dirk M. Jürgens)
