Reviews

Ayn Rand: “Wer ist John Galt?” (“Atlas Shrugged”)

10. Mai 2011
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Ayn Rand: „Wer ist John Galt?“ (= „Atlas Shrugged“, 1957)   (Dt. Ausgabe/ Gewis) Philosophie/Science Fiction/Propaganda     Im Schweiße meines Angesichts habe ich heute endlich, endlich, endlich eins der unangenehmsten Leseerlebnisse meines Lebens beenden können:   “Wer ist John Galt?” von Ayn Rand.   Man hört ja immer wieder Horrorgeschichten von diesem Buch und fast jeder bricht es ab und es ist wirklich so episch daneben, wie es heißt. Bevor wir zu den erheblichen ideologischen Problemen kommen, kurz die Handlung:   Dagny Taggart, die junge Betriebsleitende einer Eisenbahngesellschaft in naher Zukunft ist eine der letzen ehrlichen Kapitalistinnen in einer Welt, in der sich praktisch alle Leute einig sind, dass es falsch ist, Gewinn zu erzielen. Mit den wenigen...

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“Sucker Punch” (2011)

8. April 2011
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„Sucker Punch“ (2011) von Zack Snyder Liest man die Rezensionen zu Snyders „Brazil“-orientiertem Film über ein Mädchen in der Psychatrie, das seinen Ausbruch in bombastischen SF-Träumen herbeifantasiert, sind diese fast durchgängig vernichtend: Dumm, oberflächlich, sexistisch usw. usf. Nun, dumm ist der Film zweifellos und dass er sich trotz seiner Flachheit für tiefgründig hält, macht diesen Punkt nicht gerade erträglicher. Die dem Stoff tatsächlich nicht angemessene Oberflächlichkeit macht Snyder meines Erachtens durch die perfekte Beherrschung dieser Oberfläche wett (ich sagte es schon zu „Watchmen“ – kaum einer versteht es, jede Einstellung, jede Sekunde so perfekt zu stylen, wie er) und Sexismus? …Dazu kommen wir noch. Eines scheint zumindest mich aber vom Großteil der Kritiker zu unterscheiden: Ich hatte meinen Spaß....

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Stieg Larsson: “Vergebung”

20. Januar 2011
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„Vergebung“ von Stieg Larsson (2007) (dt. Ausgabe/Heyne) Thriller Es ist vollbracht! Ich habe nun auch den dritten und letzten vollständigen Roman Larssons hinter mich gebracht. Er war nicht ganz so unglaublich daneben, wie der zweite, folgt ihm aber in den meisten seiner Ungeheuerlichkeiten. Auf jeden Fall passt er komplett in das Küchenpsychologische Bild, welches ich mir von dem Autor machte. Man wies mich zwischenzeitlich darauf hin, dass Larsson wohl zeit seines Lebens Schuldgefühle hatte, da er mit 15 Zeuge einer Vergewaltigung wurde, aber das scheint mir keineswegs ein Gegenargument, sondern vielmehr ein Schlüssel dafür zu sein, wie es zu seiner Verkorksung kam. Auch diesmal ist das Werk wieder in einzelne Teile segmentiert, die mit etwas fett gedrucktem Wissensgeprolle eingeleitet...

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NS-Propagandaspielfilme

9. Januar 2011
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Von September bis November 2010 zeigte das Kommunale Kino Kiel eine Reihe von vier Propagandafilme aus dem Dritten Reich. Da die meisten davon sogenannte „Vorbehaltsfilme“ waren und sind, die nur mit wissenschaftlicher Einführung gezeigt werden dürfen, sprachen vor der jeweiligen Vorstellung verschiedene Filmwissenschaftler der örtlichen Universität. Hier meine Eindrücke von der Reihe: “Heimkehr” (Gustav Ucicky, 1941) Ich hatte erwartet, den unspektakulärsten Teil der Reihe zu sehen, wurde aber absolut überrascht, denn es ist, man höre und staune, ein Nazi-Film gegen den Holocaust: Wir sehen Pogrome, Enteignungen, Boykotte und Zusammenpferchungen, lediglich wird hier noch erschossen und nicht vergast. Ein blinder alter Mann hält eine flammende Rede für Zivilcourage und gegen Unterdrückung und dass man nicht dulden kann und darf, wenn...

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