“Andy Warhol’s Dracula” / “Andy Warhol’s Frankenstein” (1974/1973)

24. Juli 2006
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“Andy Warhol’s Dracula” / “Andy Warhol’s Frankenstein” (1974/1973) von Paul Morrissey

Dass Andy Warhol nicht allzu viel mit den, in Deutschland als „Andy Warhol’s Dracula“ und „Andy Warhol’s Frankenstein“ vermarkteten Filmen des Regisseurs Paul Morrissey zu tun hat, dürfte bekannt sein. Da das nun natürlich überhaupt nichts zu sagen hat, in beiden Filmen unser aller Held Udo Kier die Titelrolle spielt und ich die Marketing Film-Doppel-DVD beider Teile (mit Audiokommentar) für läppische 7,99 Euro herumstehen sah griff ich zu.
Achtung: Die Reviews geben jeweils den vollständigen Inhalt des Films wieder, wer nicht zuviel wissen möchte, der lese nur den jeweils letzten Absatz !

„Blood for Dracula“ (1974)

Der gute alte Udo Kier ist also der ebenso gute alte Graf Dracula, der dringend das Blut einer Jungfrau braucht, um sein untotes Leben zu erhalten. Gleich zu Anfang fallen zwei Dinge auf: 1) Kier ist hier in jungen Jahren der wohl femininste, kränklichste Vampir, den man je gesehen hat, selbst Kinski als „Nosferatu“ war dagegen das blühende Leben. 2) Scheinbar hatte keiner der Schauspieler Englisch als Muttersprache, denn tatsächlich gibt es keinen, der ein „th“ auch nur annähernd aussprechen kann.
Nun gut, da es in seiner rumänischen Heimat keine Jungfrauen mehr gibt, reist der Graf (der abgesehen von seinem Blutkonsum übrigens Vegetarier ist, weshalb sich auch niemand über sein ausgezehrtes Äußeres wundert) mit seinem (lustig overactenden) Diener ins sittenstrenge Italien um dort unter den Töchtern einer Adelsfamilie eine jungfräuliche Braut zu suchen. Ob diese wirklich so geeignet sind, darf bezweifelt werden, da sie mit einer Szene eingeführt werden, in der sie bei der Gartenarbeit ins Schwitzen kommen und darum ihre Oberteile aufknöpfen, was man ja sonst nur in einer gewissen Art von Film so sieht. Aber eventuell sind wir ja in einem solchen Film – ein flotter Dreier zweier Töchter mit dem Gärtner und anschließend etwas Lesbensex (eben ohne den Gärtner) legen es nahe.
Nachdem sich der Diener des Grafen in einer Kneipe mit einem schnauzbärtigen Roman Polanski (dem echten!) geprügelt hat, da der ihn bei einem albernen Kinderspiel besiegt hat, schmeißt sich der Graf an die erste der Töchter heran: Nachdem er sie noch einmal nach ihrer Jungfräulichkeit befragt hat („Has no one ever touched you her? – Or here? – Or. . .here?“ wobei wir seine Hände nicht sehen; hatte Kier Berührungsangst mit dem uninteressanten Geschlecht?) beißt er ihr in den Hals. Doch – ojemine – grüne Beleuchtung auf seinem Gesicht lässt ihn ins Bad eilen und dort ihr Blut 50 Sekunden am Stück onscreen auskotzen (ich habe auf die Uhr gesehen); yepp, diese Jungfrau war keine!
Während er sich zur zweiten Schwester vorarbeitet, wird allmählich der Gärtner misstrauisch – nebenbei ist der Kommunist (Hammer und Sichel an der Wand zeigen’s an) und vielleicht die größere Gefahr für die Töchter, da er sie alle naselang vergewaltigt oder ihnen ein paar ans Maul haut, was ihnen nach einiger Zeit aber jedes Mal gefällt (diese nur bedingt sympathische Haltung ist ja in 70er Jahre Horrorfilmen recht verbreitet).
Nachdem sich auch der Biber der zweiten Schwester als aufgeknöpft erweist (ich entschuldige mich für diese Metapher – blame Kurt Vonnegut!), vergewaltigt unser gärtnernder Held auch die Dritte, da diese bislang wirklich noch unberührt war (anschließend leckt Dracula das beim entjungfern geflossene Blut vom Boden, Mahlzeit!).
Gestorben ist am Biss des Grafen übrigens niemand, die Gebissenen liegen lediglich herum, schwärmen von ihm und vertreiben sich die Zeit zu seinem nächsten Besuch mit – genau – lesbischen Spielchen.
Irgendwie kommt es dann zum Showdown: Der Gärtner hackt Dracula bei einer langen Verfolgungsjagd mit einer Axt erst den linken, dann den rechten Arm ab und fällt ihn anschließend indem er ihm auch das rechte Bein abhaut. Wie sein Schwippschwager der schwarze Ritter verkennt der Graf aber seine Niederlage („You cannot hurt me, you fool!“), woraufhin ihn der Gärtner durch abhacken auch des rechten Beines eines besseren belehrt und ihm dann den Axtstiel durchs Herz bohrt. Eine seiner Bräute folgt ihm in den Tod, indem sie sich auf ihn wirft und sich dadurch mit aufspießt – Fin!

Es dürfte deutlich geworden sein – das Drehbuch ist eine einzige Lachnummer, über die ich wohl hier kein weiteres Wort mehr verlieren muss.
Technisch ist der Film jedoch ein ganz anderes Kaliber! Die Farben und Dekors sind wirklich schön, der Score ist eine Wucht und die künstliche Atmosphäre hat durchaus ihren Reiz.
Schmodder gibt es in genau drei Szenen: zweimal beißt der Graf und kotzt danach, dazu das blutige Ende.
Trotz der guten Machart ist der Film jedoch nur als Trash zu genießen, da der tuntige Graf mit seinem schlechten Englisch weder als Pro- noch als Antagonist wirklich funktioniert, der Gärtner ein Arschloch ist und die Töchter blass und egal. Unfreiwillige Komik gibt es jedoch zuhauf, so dass ich den Film entsprechenden Trashologenkreisen auf jeden Fall empfehlen möchte!

„Flesh for Frankenstein“ (1973)

Gleich zu Anfang fällt auf: Udo Kier kann noch immer kein „th“ aussprechen!
Na gut, das hat uns ja schon eben gut unterhalten. Diesmal ist er der Baron Frankenstein, der mit seinem Diener Otto auf seinem Schloss Forschungen anstellt, um die perfekte serbische Rasse zu schaffen, welche dann unter seinem Kommando die Welt beherrschen soll. Seine Frau und seine (himmlisch schweigsamen) Kinder stören ihn dabei eher.
Ein weibliches Wesen hat er bereits fertig gestellt, nun fehlt ihm nur noch ein geeigneter serbischer Kopf für sein männliches Wesen. Um sicherzustellen, dass dieser sich auch sogleich ans Zeugen (also von Nachwuchs) machen wird, lauern die beiden Schurken hinter einem Bordell, in der Hoffnung, so einen passend potenten Lüstling zu finden (der sexualfeindliche Baron war früher auch schon mal dort, weshalb er jetzt einen Hassmonolog über Brüste hält).
Leider erwischen sie jedoch den armen Trottel Sascha, der eigentlich morgen in ein Kloster eintreten will und hier gewissermaßen seinen – hm – Abschied vom Leben als Sünder feiert (besser gesagt, lustlos daneben hockt, während es sein Kumpel mit den Angestellten treibt).
Mit einer Zange/Schere/wasauchimmer enthauptet, wird Sascha kurz darauf zum fehlenden Teil des männlichen Wesens, so dass sich der Baron endlich ans Reanimieren machen kann.
Das verläuft übrigens ziemlich befremdlich: „To understand death, you have to fuck life into the gallbladder“ verkündet er, nachdem er in der vielleicht abartigsten Szene der “normalen

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