„28 Weeks Later“

7. September 2007
von

“28 Weeks Later” (2007)

von Juan Carlos Fresnadillo

Bekanntlich mochte ich schon den ersten Teil und war eher unglücklich, als ich von einem Sequel hörte. Aber…es ist großartig und übertrifft den Vorgänger meines Erachtens noch!
Wer “Days” nicht mochte wird wohl auch “Weeks” nicht mögen, da der wackelige Digi-Look (der MIR auch da schon äußerst passend erschien) wieder da ist.

Wer sich allerdings ob der nicht-wirklich-Splatter-Augenausstechszene störte (auch ich gehöre wieder nicht dazu) wird diesmal entschädigt: es gibt graphische Gewalt zuhauf! Das Schlachtfest beginnt mit onscreen ausgestochenen Augen und badet auch danach in explodierenden Köpfen, zerhackten Leibern, Gedärmen und Gliedmaßen.
Dennoch ist der Film nicht nur in seinen Schock-, sondern auch in seinen Gruselszenen fantastisch – der Gang durch die dunkle U-Bahn, bei der wir nur aus dem POV einer einzigen Figur in infrarot etwas erkennen können, gehört zu dem besten Szenen, die das Horrorgenre je (!) hervor gebracht hat.

Der Film beginnt mit einer grandiosen Teaser-Sequenz, die auf dem Land spielt und ein paar Überlebende zeigt, die sich in einem Haus gegen die Infizierten verbarrikardiert haben, spielt dann jedoch (wie der Titel verrät) einige Monate nach der Katastrophe, die sich durch das Verhungern der Infizierten selbst eingedämmt hat. Unter Leitung der NATO soll London wieder besiedelt werden, doch dann taucht eine, gegen das Virus immune Frau auf, die es im Körper trägt, ohne selbst davon betroffen zu sein…dennoch kann sie weitere Leute infizieren.

Auffällig vor allem, wie hart und gnadenlos der Film ist – keine Rücksicht auf Sympathien, werden kaltblütig immer wieder Figuren abserviert, die eben noch unser Held zu werden schienen.
Besonderes Lob verdient der grandiose Score, der mit leiser, monotoner Gitarrenmusik die hektischsten, brutalsten Chaosszenen überdeckt, so dass aus den widersprüchlichen Eindrücken von Auge und Ohr eine unglaubliche Stimmung entsteht.

Highlights wie Christopher Eccleston im ersten Teil bietet der Film nicht, dennoch machen alle Schauspieler ihren Job tadellos und auch ihre Figuren sind glaubwürdig. An menschlichem Drama wird auch nicht gespart, es wird aber ebenfalls realistisch aufgebaut, nicht übertrieben und tritt auch zurück, wenn es wichtigeres (wie, nicht von den Infizierten zerfetzt zu werden) gibt.
Man mag über kleinere Details (die Kinder, die ihre Mutter suchen gehen, die etwas aufgepfropft wirkende letzte Szene) streiten, aber generell ist der Film wirklich eine Perle des modernen Horrors.

(Dirk M. Jürgens)

Tags:

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

das Archiv durchsuchen