Ingo Niermann & Alexander Wallasch: „Deutscher Sohn“ (2010)

17. Mai 2012
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Ingo Niermann & Alexander Wallasch: „Deutscher Sohn“ (2010) (Blumenbar) Gegenwartsroman/Skandalnudelei     Afghanistan-Veteran Harald „Toni“ Heinemann sitzt kriegsversehrt daheim und seine Beinwunde eitert vor sich hin, während er säuft, raucht und Pornos guckt. Ab und zu kommen Frauen vorbei, die Sex mit ihm wollen und bekommen (er kann ruhig im Gespräch mit ihnen einschlafen oder den Fernseher einschalten, ohne dass es ihr Verlangen mindert), bis er schließlich von einer „deutschreligiösen“ Sekte zum Erlöser erkoren wird.   Voll provokant, nicht wahr? IRRE provokant, was? Leider nein – Plattheit und Bemühtheit herrscht vor. Passend dazu treibt es unser unerklärlich attraktiver Held längere Zeit mit Helen, der Heldin aus Charlotte Roches (ebenfalls äußerst bemühtem) „Feuchtgebiete“, wobei sich die Autoren aber nicht in...

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„Tatort: Die Ballade von Cenk und Valerie“ oder: Wie „Cobra 11“ den „Tatort“ überholte

6. Mai 2012
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„Tatort: Die Ballade von Cenk und Valerie“   D 2012, Matthias Glasner     Bevor ich mich zu diesem letzten „Tatort“ um Undercover-Ermittler Cenk Batu auslasse, erst ein paar allgemeine Worte zu der Figur. Anfangs, als sein erster Film angekündigt wurde, war ich sehr erfreut, da man doch offenbar etwas befolgte, was ich schon lange propagierte. Denn die bisherige Integrationspolitik des deutschen Films schien mir schon immer vollkommen verfehlt, indem sie in ihrer Vorliebe für unansprechende Problemfilme die Türken (hier im Sinne von „türkischstämmige Deutsche“) ausschließlich entweder als Gangster, oder als moralisch überlegene Winnetous darstellte und dabei einfach mit zwei Extremen an der Realität vorbei schoss. „Wir brauchen einfach eine normale, sympathische Heldenfigur, die nur eben zufällig türkischer Abstammung...

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„Mord ist mein Geschäft, Liebling“ (2009)

1. Mai 2012
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„Mord ist mein Geschäft, Liebling“ (2009)   von Sebastian Niemann     Schauspielerei ist eine schwierige Kunst, Komödie zu spielen sogar noch schwieriger. Ich beherrsche diese Kunst nicht, doch trotz dieser Gemeinsamkeit wurden der Film und ich keine Freunde. Es sollte nicht sein schlimmstes Problem werden, doch obwohl man sich bemüht hatte, allerlei bekannte Namen zu versammeln – Rick Kavanian, Nora Tschirner, Christian Tramitz, Franco Nero und Bud Spencer – wurde fast durchgängig so augenrollend überzogen gespielt,  als gelte es, sich von einer viel zu weit entfernten Bühne aus einem kurzsichtigen Publikum aus Autisten verständlich zu machen. Besonders negativ fiel die attraktive, aber offenbar unbegabte Frau Tschirner auf, die den schon bei „Keinohrhasen“ gewonnenen Eindruck, schlicht und ergreifend nicht...

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“Thor” und “Captain America: The First Avenger” (2011)

27. April 2012
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von Kenneth Branagh/Joe Johnston Wie es sich für einen aufrechten Nerd gehört, bin ich natürlich höchst gespannt auf den gestern angelaufenen „Avengers”-Film, hatte vorher allerdings noch zwei Bildungslücken in meiner Vorbereitung zu schließen, die ich gestern zu einem vergnüglichen Double Feature verband. Jetzt bin ich natürlich noch heißer auf die „Avengers“, aber auch noch gespannter, da die beiden Filme doch höchst unterschiedlich waren und mir auch höchst unterschiedlich gefielen.   Um gleich das Ergebnis vorweg zu nehmen, ist es kaum erstaunlich, dass „Thor“ mein klarer Favorit ist: Ich bin nicht nur ein Fan der nordischen Mythologie, sondern seit seiner „Zauberflöte“ steht auch Kenneth Branagh bei mir auf dem Podest, während ich einen Superhelden in Nationalfarben immer als etwas suspekt...

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“Iron Sky” (2012)

23. April 2012
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von Tim Vuorensola   Mondnazis? Noch dazu angeführt von Udo Kier? Der eine Figur namens Wolfgang Kortzfleisch spielt? Seit die ersten Trailer im Internet zeigten, dass dieser von Fans mitfinanzierte Film Realität würde, war ich natürlich gespannt. Doch ob er gut oder schlecht wäre: Er wäre in jedem Fall zu begrüßen, da er eine lange klaffende Lücke (eben in der Form von Mondnazis) schließt.   Beginnen wir mit etwas Positiven: Schon in einer der ersten Szenen wird mitten im luftleeren Raum des Mondes eine Pistole abgefeuert und damit gleich Stellung bezogen, dass man dem Realismus nur mal kurz im Vorbeifahren zunickt. Das ist ehrlich, das ist sympathisch und auch höchst notwendig, bei dem was so kommt. Die Spezialeffekte sind...

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B-Film Basterds 20. bis 22.4.2012

16. April 2012
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In letzter Zeit fiel diese Seite (mh… oder genauer gesagt, ich) ja des öfteren positiv durch extremen Hass, ausgelöst von filmischer Unterhaltung auf. Wer nahe Nürnberg lebt, hat in wenigen Tagen die Chance, jemanden zu begegnen, der schon viel länger und auf professioneller Basis Filme hasst: Markus “Dr. Acula” Risser, den Hauptschuldigen an Badmovies.de. Doch wird er nicht etwa öffentlich angeprangert (wie es längst mal an der Zeit wäre), sondern veranstaltet ein kleines Filmfestival von ausgesuchtem Geschmack, welches letztes Jahr noch treu nach dem Markennamen “Badmovies Festival” hieß, diesmal sich aber schamhaft von seinen Ursprüngen abwendend “B-Film Basterds” nennt. Hier die offizielle Website! Ich selbst werde leider nicht da sein, aber genug andere Leute werden all die naheliegenden Nazischerze...

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„Percy Jackson: Diebe im Olymp“ (2010)

15. April 2012
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„Percy Jackson: Diebe im Olymp“ (2010) von Chris Columbus   Es ist überhaupt nichts verwerflich daran, sich an den Erfolg eines anderen Films oder Buches heranzuhängen, indem man etwas ähnliches macht. Insofern ist die Idee, einen „Harry Potter“-Abklatsch in die griechische Mythologie einzubetten, legitim und noch relativ originell. Wie dicht man hier jedoch am Rockzipfel des Zauberlehrlings hing, und darüber hinaus besagte Mythologie keines Blickes würdigte, ist nicht mehr feierlich.   Percy ist wie Harry ein unglücklicher Junge, bei dem vereinzelt seltsame Phänomene auftauchen, hat eine überzogen böse Familie (hier keine ganze, sondern nur einen Stiefvater – seine Mutter ist herzensgut) und findet eines Tages heraus, dass er eben keine Zauberer, sondern der Sohn des Poseidon ist. Also wird...

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“Die Mongolettes – Wir wollen rocken!” (2012)

10. April 2012
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„Die Mongolettes – Wir wollen rocken!“ (2012)   von Florian Gärtner     Nachdem ich mich anlässlich Pro7s „Willkommen im Krieg“ über die Bundeswehr aufregen konnte, verlangte man heute von mir, mir eine ähnliche Gruppe, nämlich die geistig Behinderten vorzunehmen. Doch ich muss bereits jetzt enttäuschen: Viel zu meckern gab es nicht.   Natürlich war der Film alles andere als originell: „Erfolgloser Rocker gerät in biederes Millieu, in dem er eine Band aufstellt“ ist eine recht verbrauchte Formel (diesmal eben in einer Sonderschule durchgezogen), aber wenn man nicht zuviel erwartete, wurde man positiv überrascht: Weder gab es ein großes, aggressives Moralisieren, welches uns einhämmern will, dass Behinderte verdammt noch mal nicht behindert, sondern nur anders sind (was nebenbei eine...

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